Existenz und Exil : Das Motiv der Lebensversicherung in Marina Cvetaevas Strachovka žízni (1934) und Nina Berberovas Oblegčenie účasti (1938). Ein Beitrag zum Selbstbild der russischen Kultur im Ausland
Der Aufsatz behandelt die russische Kultur der Emigration, insbesondere die Erste Welle zwischen der Oktoberrevolution und dem Zweiten Weltkrieg. Die Autorin analysiert die historische und kulturelle Komplexität dieser Emigration, die sich in Westeuropa und dem Fernen Osten konzentrierte. Die Methodik umfasst eine historische Analyse sowie die Untersuchung literarischer Werke, um die Veränderungen im Selbstbild der Emigranten und deren Auswirkungen auf die Literatur zu beleuchten. Ein zentraler Punkt ist der Wendepunkt in den 1920er Jahren, als die anfängliche Einheit der Emigranten in Opposition zum Sowjetregime schwand und sich in verschiedene Gruppenansichten aufspaltete. Die Verlagerung des Emigrationszentrums von Berlin und Prag nach Paris wird als Reaktion auf politische und wirtschaftliche Veränderungen betrachtet, die die Lebensbedingungen der Emigranten verschlechterten. Der Aufsatz hebt hervor, dass die Literatur im Exil trotz der widrigen Umstände eine Blütezeit erlebte, begleitet von einem Generationskonflikt zwischen der älteren und jüngeren Generation. Während die ältere Generation an der Erinnerung an Russland festhielt, suchte die jüngere nach einer neuen Identität im Exil. Die Autorin untersucht spezifische literarische Motive, wie das der Lebensversicherung, um die existenzielle Angst und den sozialen Abstieg der Emigranten zu verdeutlichen.
The essay deals with Russian emigration culture, particularly the first wave between the October Revolution and the Second World War. The author analyses the historical and cultural complexity of this emigration, which was concentrated in Western Europe and the Far East. The methodology includes historical analysis and the examination of literary works to shed light on the changes in the emigrants' self-image and their impact on literature. A central point is the turning point in the 1920s, when the initial unity of emigrants in opposition to the Soviet regime faded and split into different group views. The shift of the centre of emigration from Berlin and Prague to Paris is seen as a response to political and economic changes that worsened the living conditions of the emigrants. The essay highlights that, despite the adverse circumstances, literature in exile experienced a heyday, accompanied by a generational conflict between the older and younger generations. While the older generation clung to memories of Russia, the younger generation sought a new identity in exile. The author examines specific literary motifs, such as life insurance, to illustrate the existential fear and social decline of the emigrants.
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