Hans Magnus Enzensbergers Lyrik nach der Wende 1989 : Die Gedichtbände „Zukunftsmusik“ und „Kiosk“

Der Text analysiert die Tradition der deutschen weltanschaulichen Lyrik, insbesondere in Goethes Spätwerk, und deren Einfluss auf Enzensberger. Enzensberger verbindet Naturdidaktik, die in Goethes Werken wie "Parabase" und "Eins und alles" zum Ausdruck kommt, mit einer sozialkritischen Didaktik, die an Brecht erinnert. Sein Werk zeichnet sich durch eine naturwissenschaftliche Perspektive, gemäßigten Moralskeptizismus und einen reflektierten "Altersstil" aus, was Sentimentalität und Pathos vermeidet. In Gedichtsammlungen wie "Zukunftsmusik" und "Kiosk" findet sich eine Atmosphäre der "zarten Apokalypse", geprägt von sachlicher Didaktik, Ironie und Skepsis. Enzensberger betrachtet den Mauerfall als ein kleines Ereignis in der deutschen Nachkriegsgeschichte, symptomatisch für die von ihm kritisierte Moderne. Er konzentriert sich auf die Darstellung des Lebens in seiner Vielfalt und Widerstandsfähigkeit, wobei er alltägliche Themen und Menschen mit systematischer Leidenschaft und als Kuriositätensammler untersucht.

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